Konzept

Unser Konzept orientiert sich an den Hamburger Bildungsempfehlungen.
Zusätzlicher Schwerpunkt: Musik

Rahmenbedingungen

Öffnungszeiten:
Der Waldkindergarten hat von Montag - Freitag von 08:00-16:00 Uhr für Sie geöffnet.

Gruppengröße:
Wir nehmen maximal 26 Kinder zwischen 3-6 Jahren auf.

Das Team

Vier pädagogische Mitarbeiter

Zusätzliche Fachkräfte

Es ist uns ein Anliegen, die Kinder optimal zu fördern. Aus diesem Grund begleitet uns einmal jährlich eine Ergotherapeutin in den Wald. Je früher eventuelle Auffälligkeiten entdeckt werden, desto leichter sind sie durch gezielte Förderung zu korrigieren. Außerdem arbeiten wir mit der Elternschule Langenhorn zusammen, deren Mitarbeiter sehr gut geschult sind und Beratung in Erziehungs- und Entwicklungsfragen anbieten.

Die Lage des Waldkindergartens

Der Waldkindergarten „Die Schlaufüchse“ hat seinen Standort im Raakmoorgrund in 22339 Hummelsbüttel. Wir haben zwei Parzellen gepachtet, die zum Kleingartenverein Kortenkamp e.V. gehören. Auf dem einen 300m² großen Grundstück steht unsere 24m² große, neue Blockhütte nebst Gerätehaus. Hier ist unser morgendlicher Treffpunkt. Diese Parzelle hat die Nummer 254. Die andere Parzelle hat die Nummer 249. In dieser Hütte essen die Kinder zu Mittag und das Grundstück wird zum Pflanzen von Obst und Gemüse genutzt. Beide Parzellen liegen  unmittelbar neben dem Vereinsparkplatz am Raakmoorgrund. 
Von dort geht es direkt in das Raakmoor.
Der Raakmoorgrund zweigt vom Poppenbütteler Weg ab und ist sehr verkehrsgünstig gelegen. Nicht weit von uns befindet sich die U-Bahn Station Langenhorn Markt, welche als Ausgangspunkt für Stadtausflüge (Museums- u. Theaterbesuche,  Hafenrundfahrt etc.) ideal ist. Die Ausflüge finden einmal im Monat statt.

Bildung und Erziehung im Waldkindergarten

Bildung im Waldkindergarten heißt forschendes Lernen in Sinnzusammenhängen.
Naturraum-Pädagogik lebt von „unfertigen Situationen“, sucht die Balance zwischen Wagnis und Sicherheit, zwischen loslassen und festhalten. 
Bäume zu erklettern zählt z.B. zu den natürlichen Herausforderungen.
Verantwortbare Grenzerfahrungen stärken das Selbstbewusstsein des Kindes und geben ihm die Chance, seine Möglichkeiten realistisch einzuschätzen. 
In der Natur finden die Kinder Bewegungsanlässe, die sie auf die Probe stellen und sie mit täglich neuen Erfahrungen konfrontieren. 
Durch jahreszeitlich bedingte Veränderungen hebt sich mehrmals im Jahreslauf der Vorhang der Naturbühne und verändert die ganze Szenerie. Das Kind erlebt Wandlung/Umwandlung, und diese Prozesse des Werdens und Vergehens machen in höchstem Maße neugierig.
Dazu kommen die Einflüsse der spontanen Impulsgeber, die Kinder in dieser Vielfalt nur in der Natur erleben können. So inspiriert plötzlich einsetzender Schneefall eine Waldkindergartengruppe zur „Umformung“ des bespielten Baumstammes in einen Eisbrecher. Interpretationen dieser Art fördern Fantasie und Kommunikation.
Durch das Erleben der Pflanzen und Tiere in ihren Lebensräumen entsteht Wertschätzung gegenüber der Lebensgemeinschaft Wald und des Lebens überhaupt. Die Achtung vor dem Leben und das Begreifen des eigenen Ichs als Teil des Lebens wecken Gefühle der Liebe, Vertrautheit und Verantwortung im Kind.
Zudem fördert die Bewegung in frischer Luft bei jeder Witterung die Gesundheit des Kindes und stärkt sein Immunsystem.

Spielen ist Lernen und macht Spaß

Spiel ist keine Spielerei. Das Spiel ist von entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung und die Entwicklung der notwendigen schulischen sowie beruflichen und sozialen Fähigkeiten. Alles was Kinder sehen und hören, fühlen, in Händen halten und begreifen wird schnell zum Spiel. Es ist die „handelnde Auseinandersetzung“ der Kinder mit ihrer gesamten Umwelt. Kinder wollen sie entdecken, verstehen, sich ihren Gesetzmäßigkeiten nähern und sich mit unbekannten Dingen vertraut machen.
Spielforscher haben herausgefunden, dass Kinder, die viel und intensiv spielen, in allen vier Kompetenzbereichen, dem emotionalen, dem sozialen, dem motorischen und dem kognitiven Bereich, weiter entwickelt sind als Kinder, die wenig spielen. Deswegen nehmen das Freispiel und täglich stattfindende offene Angebote einen großen Raum bei uns ein. Die Kinder werden so zum eigenen Ausprobieren und Entdecken angeregt, wie zum Beispiel in unserer Werkecke, in der die Kinder jederzeit nach Herzenslust mit den verschiedensten Materialien umgehen können.

Angebote

Unsere zusätzlichen, gezielten Angebote speisen sich aus drei verschiedenen  pädagogischen Ansätzen, die alle gleich wichtig sind.

1) Der funktionsorientierte Ansatz
Hierbei geht es um das Training bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten (z.B. Förderung der Feinmotorik durch Schnitzen, Malen, Seile knoten oder Förderung des Umgangs mit Mengen, Zahlen und Formen durch das tägliche Zählen im Morgenkreis und an unseren Haltepunkten).

2) Der situationsorientierte Ansatz
Hier werden Situationen zum Anlass für Angebote genommen. Beispielsweise hat das mitunter aggressive Verhalten der Kinder dazu geführt, dass wir eine „Rangel-Arena“ eingerichtet haben. Hier haben die Kinder die Möglichkeit im Zweierkampf gegeneinander anzutreten und ihre Kräfte zu messen. Dazu erarbeiten wir nach Bedarf Rollenspiele, lesen Bücher und erstellen „Stimmungsbilder“.

3) Der lernbereichsorientierte Ansatz
Hier geht es darum, Inhalte und Methoden verschiedenen Bildungsbereichen zuzuordnen; so z.B. die Sprachförderung, die wir durch Vorlesen, Bewegungsreimen und unseren „Sprechstein“ anregen. Den Naturwissenschaften kommen wir beispielsweise durch das tägliche Benutzen unserer „Riesenlupe“ auf die Spur. 
Außerdem wird bei uns viel musiziert. Die Musik möchte sprachliche, soziale und psychomotorische Kompetenzen bei den Kindern fördern.

Die Bildungsbereiche sind:

  • Körper, Bewegung, Gesundheit
  • Soziale und kulturelle Umwelt
  • Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien
  • Bildnerisches Gestalten
  • Musik
  • Mathematische Grunderfahrungen
  • Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen

Mehr zu den verschiedenen Bildungsbereichen erfahren Sie unter http://kita.hamburg.de
 
In unseren Waldkindergartenalltag lassen wir alle diese Themenbereiche täglich mit einfließen.

Durch den Wechsel von direkten und indirekten Formen sowie von Freispiel und Angebot gestaltet sich der Kindergartenalltag besonders lebendig und spielerisch.

Vorschularbeit

Wir verstehen Vorschularbeit als einen Lernprozess, der mit dem Eintritt in den Kindergarten beginnt und in den Vorschulgruppen eine Vertiefung erhält. Basiskompetenzen, wie z.B. Leistungs- und Arbeitsverhalten werden gefordert und gefördert. Um so gezielt wie möglich auf die einzelnen Kinder eingehen zu können arbeiten wir in Kleingruppen.

Jede Gruppe hat wöchentlich eine Vorschulstunde und eine Musikstunde.Die Inhalte der Vorschularbeit haben konkret mit den Bildungsbereichen zu tun, die gerade im Kindergarten behandelt werden. So ist die Vorschularbeit immer eine Vertiefung bzw. Erweiterung dessen, was die ganze Gruppe beschäftigt. Beim Thema Wetter haben die Vorschul-Kinder sich beispielsweise mit den Klimazonen beschäftigt und in der Musikstunde ein Wetterlied komponiert.

Am Ende einer Bildungseinheit präsentieren die Vorschulkinder der ganzen Gruppe ihre Ergebnisse. Beim Thema „Klimazonen“ geschah dies anhand eines Interviews. Die Kinder, die 5 Jahre alt werden oder sind, werden immer zu Anfang einer Bildungseinheit aufgenommen. Also im Januar, März, Mai, September und November.

Wir spielen Theater

Theaterspielen ist uns wichtig. Es bietet den Kindern die Möglichkeit, sich spielerisch auszuprobieren und dabei Verhaltensmöglichkeiten, Rollen und Identitäten zu erfahren. Die Kinder überwinden ihre Ängste und gewinnen Vertrauen in sich selbst. Somit werden ihre Persönlichkeit und ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Beim Theaterspielen findet eine Auseinandersetzung mit der Welt statt. Probleme werden spielerisch behandelt, Kreativität und Phantasie sind ebenso ein fester Bestandteil so wie das Handeln, Fühlen und Denken. Kinder erleben mit anderen eine Zeit in der sie gemeinsam etwas schaffen und das bereitet ihnen große Freude. Außerdem werden sie vom Publikum durch den Applaus belohnt, was ihnen Bestätigung gibt und sie mit Stolz erfüllt. Deshalb finden bei uns 2 mal im Jahr Aufführungen statt. 

Folgende Aufführungen fanden bisher statt:
2008  "Die Bremer Stadtmusikanten" und "Räuber Hotzenplotz"
2009  "Pippi Langstrumpf" und "Michel aus Lönneberga"
2010  "Freunde" und unser Zirkusprojekt "Pfiffikus"
2011  "Vom kleinen Maulwurf..." und "Die Bremer Stadtmusikanten"
2012  "Der Grüffelo" und "Frederick"
2013  "Die Rübe" Ein Klangspiel und "Im Zahlenwald"
2014  "Ein Tag bei den Indianern" und das Klangspiel "Die Sonne, der Wind und der Mann im roten Mantel"
2015  "Spukschloss im Raakmoor" und "Eine Kiste für den Bären"
2016 "Bremer Stadtmusikanten" und "Der kleine Biber und das Echo"
2017 "Zirkus Carloni" und Roddi Hut
2018 "Schlaufuchsakrobatik"

Musikalische Früherziehung

Es gibt Bereiche der Seele, die nur durch die Musik beleuchtet werden
(Zoltán Kodály).

Musik ist für viele Kinder und Erwachsene eine Quelle für reiche Empfindungen und für großen Genuss. Beim bewussten Musikhören differenzieren die Kinder ihre Wahrnehmungsfähigkeiten. Musik fördert die kindliche Intelligenz und die innere Ausgeglichenheit. Das soziale Verhalten der Kinder verändert sich durch das Musizieren vorteilhaft, und die Kinder bauen ein positiveres Bild von sich selbst auf. Ebenso belegt sind Zusammenhänge zwischen bewussten Musikerfahrungen und sprachlichen und mathematischen Kompetenzen. Singen und Lautmalereien unterstützen den Spracherwerb nachhaltig. Die Kinder lernen, Atmung und Lautproduktion in Einklang zu bringen – eine der Voraussetzungen für flüssiges Sprechen. Nicht zuletzt fördern rhythmische Übungen die körperliche Wahrnehmung des Kindes.

Tiergestützte Pädagogik

Der zum Schulhund ausgebildete Labrador "Carlo" begleitet uns an 3 Tagen in der Woche in den Wald. Mit kleinen Theorieeinheiten zum Thema Hund und Körpersprache führen wir die Kinder an den Hund heran. Der regelmäßige Kontakt und das Arbeiten in Kleingruppen geben den Kindern ein sicheres und besonnenes Auftreten mit dem Hund. Bei den Übungen können wir, je nach Bedarf, verschiedene Ziele setzen. Die Rücksichtnahme gegenüber dem Hund erfordert von den Kindern ein hohes Maß an Empathie und Verantwortungsbewusstsein. Durch das Gelingen kleiner gemeinsamer Aktionen wächst das Selbstwertgefühl. Die Arbeit mit dem Tier kann neue Freundschaften knüpfen, was gerade besonders schüchternen oder auch sehr extrovertierten Kindern hilft. Ein hoher Grad an Aufmerksamkeit und Konzentration muss entwickelt werden, um beim Beibringen von Kunststücken das richtige Timing zu haben. Wir freuen uns täglich über unseren Begleiter auf vier Pfoten.

Rituale und Regeln

In einem Raum ohne Wände sind Rituale und Regeln als haltgebende Funktion besonders wichtig. Zu unseren täglichen Ritualen gehören: der Morgenkreis, das Vorlesen mit anschließendem Frühstück, gemeinsames Musizieren und der Abschlusskreis.

Klare Regeln und Vereinbarungen dienen dazu, Gefahren für Kinder und Schädigungen der Natur so gering wie möglich zu halten. Damit die Kinder die Notwendigkeit klarer Regeln aus eigener Anschauung erfahren, nachvollziehen und aus eigener Überzeugung einhalten können, erarbeiten wir diese mit den Kindern gemeinsam.

Feste und Feiern im Jahresverlauf

Bei uns wird gern gefeiert, z. B.: Fasching, Ostern, Laternenfest, Nikolaus, eine Nachtwanderung und Übernachtung für die Schulkinder, Sommerfest und als Höhepunkt eines jeden Jahres unsere Kindergartenreise.

Elternarbeit

Für uns ist ein guter Kontakt zu den Eltern wichtig. Wir möchten, dass die Eltern unsere Arbeit verstehen und mittragen. Um den Eltern und den Kindern den Einstieg in das Kindergartenleben zu erleichtern, bieten wir vor Beginn des Kindergartenjahres Informationsgespräche mit der Leitung und nach Absprache Besuchsvormittage an. 

Wenn die Kindergartenzeit dann begonnen hat, laden wir zweimal jährlich zu  Elternabenden ein. Außerdem erhalten die Eltern Informationen durch die Elternbriefe und Bildungsberichte, welche sie nach abgeschlossenem Thema erhalten.

Gemeinsame vertrauensvolle Gespräche mit den Eltern sind die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit. Die täglichen Gespräche zwischen „Tür und Angel“ (bzw. zwischen „Baum und Borke“ ...) bieten eine gute Möglichkeit, können aber nur zeitlich begrenzt stattfinden. Beratende Gespräche zu Entwicklungs- und Erziehungsfragen bieten wir deshalb nach vorheriger Absprache an.

Außerdem wählen die Eltern aus ihrem Kreis zwei Elternvertreter. Sie sind Ansprechpartner für die Eltern und Erzieher.

Schlusswort

Liebe Eltern,
diese Konzeption bildet das Grundgerüst für unsere Arbeit im Waldkindergarten.

Es wird von allen Mitarbeitern getragen, in regelmäßigen Abständen von uns überarbeitet, erweitert und vom gesamten Team reflektiert.

Unser Anliegen war es, eine für Sie verständliche Konzeption ohne Fachausdrücke zu erarbeiten.

Wir hoffen, dass Sie dadurch einen Einblick in unsere Arbeit erhalten haben. Gern sind wir bereit, mit Ihnen über inhaltliche Fragen zu sprechen.

Wir wünschen uns, dass hiermit Ihr Vertrauen in uns gestärkt wird und freuen  uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen.

Ihr Waldkindergartenteam